“Fiedler ist nicht von ungefähr einer der profiliertesten Kindertheaterregisseure der Gegenwart.”

Falk Schreiber, Hamburger Abendblatt, 31.10.2025

6x familienstücke

Barrie, Ende, Kästner, Lindgren

  • Heidi

    “Der Star dieser Aufführung ist die Drehbühne. Ein Teil der Bühne zeigt ein opulentes Alpenpanorama, ein anderer Teil die Hütte des Alm-Öhis von innen und der dritte Bühnenteil einen Raum in sterilem Weiß. Kein Wunder, dass Heidi Heimweh bekommt, als sie in diesem kalten Frankfurt leben soll. Sie wird so krank, dass sie wieder zurück darf. Aber sie lässt eine Freundin zurück, Klara, die im Rollstuhl sitzt und ohne Heidi ganz allein ist. Als Klara erfährt, dass Heidi in ihre Schweizer Heimat zurück geht, rastet sie in einer Weise aus, wie es in einem Adventsstück sonst nicht zu sehen ist.

    Emilie Reichenbach wirft sich aus dem Rollstuhl, hämmert gegen die weißen Wände, heult und schreit vor Verzweiflung. Es ist ein großer Theatermoment, pures Gefühl.

    Natürlich gibt es ein glückliches Ende in Florian Fiedlers wunderschöner und oft auch herrlich heiterer Inszenierung. Die Regie nimmt die Figuren ernst. Niemand hat es in Fiedlers „Heidi" leicht, Wärme und Freundschaft zu finden. Wolf List hat als menschenscheuer Großvater herrlich weiche Momente, Ayana Goldstein ist eine glaubwürdige Heidi. Die Livemusik klingt originell und feinsinnig. Aber unvergesslich bleibt die Verlorenheitswut Emilie Reichenbachs, ihr Anschreien gegen das Schicksal. Diese Klara hat ein Wunder verdient. Mindestens.”

    Stefan Keim, WDR

    Besetzung

    Besetzung Oberhausen

  • Das doppelte Lottchen.

    “Ich heiße Luise und ich möchte auch so frech sein, wie sie! Mir hat die Musik fast immer gut gefallen! ganz großer Applaus!”
    Luise Rudolfs

    “Die Lieder waren super, der Vater war spitze…”
    Gioia, 9 Jahre

    “ich will das unbedingt nochmal sehen weil mir das sehr toll fant”
    Lara

    “Ich fande es coll, das wir am Ende mitmachen durften”
    Martin

    Hey, ihr wart voll krass, wie ihr abgerockt seid, alter voll geilo. Aber euch konnte man trotzdem auseinander halten. Aber ihr habts richtig gut gemacht”
    Anonym

    “Das war super! Total lustig!” Es war so toll, dass ich nicht sagen kann, was am besten war!”
    Greta, 12 Jahre

    “die Vorstellung war cool! Auch die Lieder waren toll! Ich passe gut auf meine Eltern auf. Ich komme gerne wieder!”
    Lina

    Besetzung

  • Mio mein Mio.

    “Das Land der Ferne ist nur eine kindliche Fantasie entfernt. Es ist das Land, in dem hölzerne Pferde über träumerische Landschaften schweben und aus Stoffbahnen und Bühnennebel ein Totenwald entsteht, in dem es ganz egal ist, ob der beste Freund eines Jungen eine Freundin ist, und schwedische Kinderbuchhelden nicht aussehen wie strohblonde Bosses aus der Stockholmer Uppslandgatan des Jahres 1954, sondern wie Mios heutzutage nun einmal aussehen. Tom Scherer als Mio und Şafak Şengül als Jum-Jum sind in ansteckender Verspieltheit wunderbare Komplizen des jungen Publikums.

    Es ist folgerichtig, dass nur ein Spieler, Max Landgrebe, den Vaterfiguren - sehr souverän und klar umrissen - seine Gestalt leiht. Und Christian Bayer und Nellie Fischer-Benson geben allen anderen Figuren deutliche Konturen - famos Bayer als esoterischer Flaschengeist, der wirkt, als hätte seine Buddel noch andere Substanzen beinhaltet als Bier.

    Auch eine Weberei taucht auf im Stück, die aus Träumen und Herzblut Stoffe spinnt. Sie wird für dieses famose Familienstück viel zu tun gehabt haben. (…)

    So sehr auch der melancholische Kern der Vorlage erhalten bleibt, so knallkomisch ist es mitunter.

    (… )Fiedler, der den Premierenapplaus mit seiner 20 Monate alten Tochter auf dem Arm entgegennimmt, hat ein Stück über Väter inszeniert: über Väter, die da sind, über Väter, die vermisst werden, und über Väter mit Herzen aus Stein. Seine Solidarität gilt der kindlichen Seele. Das ganze Stück ist ein famoses Als-ob mit größtmöglichem Aufwand.

    Große Leichtigkeit und gemessener Ernst halten sich perfekt die Waage. Es ist eine Liebeserklärung an den Mut der Kinder und macht damit Mut, auch in finsteren Zeiten.”
    Stefan Gohlisch, HAZ

    Besetzung

  • Drei Menschen auf einer Bühne, ein Mädchen mit geflochtenen Haaren, eine Frau im weißen Kleid und eine Person im Kuscheltier-Maus-Kostüm, während einer spricht und die anderen zuhören.

    Momo

    (Besetzung)

    Thalia Theater Hamburg / Premiere 31.10.2025 - - - Im März 2026 noch ein paar Zusatzvorstellungen.

    “Der Stoff wird zwar ernst genommen, die szenische Umsetzung geht allerdings möglichst unverfroren vor. (…)
    Fiedler setzt konsequent auf Spiellust, auch wenn nicht alles genauso wie im Buch zugeht (…)
    Das sind Aktualisierungen, die der Geschichte guttun.

    Der Abend arbeitet viel mit Dunkelheit, mit Videos (Bert Zander), die die Sinne verwirren, vor allem aber setzt er stark auf Identifikation mit den Figuren. (…) Fiedler ist nicht von ungefähr einer der profiliertesten Kindertheaterregisseure der Gegenwart. (…) Und deswegen findet Fiedler auch einen Weg, um den Schluss des Abends aufzufangen: Die „Grauen Herren“ sind besiegt, die Helden treffen sich in Momos Schwimmbecken und stimmen einen schmissigen Punksong an. Rhythmus, Lautstärke und antiautoritärer Spaß als Ausweg aus dem Horror.

    Falk Schreiber, Hamburger Abendblatt

  • Eine Gruppe von Menschen, die auf einem Bühnenbild mit Himmel im Hintergrund eine Theatervorführung oder Performance machen, einer davon einem Knielauf mit ausgestreckten Armen in der Mitte des Bildes.

    Peter Pan

    “Peter Pan“ feiert die Kraft der Fantasie
    im Theater Oberhausen.


    Ralf Wilms, WAZ ,23.02.2022

    Besetzung

  • Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

    “Tauchende Paläste

    Perfekt inszenierte Bühnentechnik – doch die Zuschauer lieben vor allem den Drachen Nepomuk: „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ am Schauspielhaus

    Die abenteuerliche Reise bietet natürlich reichlich Stoff, um die Bühnentechnik eines großen Theaters in Schwung zu bringen. Die wie eine Bilderbuchzeichnung angelegte Insel Lummerland mit ihren zwei Bergen und dem Laden von Frau Waas verschwindet im Bühnenhintergrund. Aushänge mit den märchenhaften Bergen Chinas senken sich ab, untermalt von einem Klangteppich der dreiköpfigen Band. Der kaiserliche Palast wiederum taucht martialisch aus der Unterbühne auf. Als Jim (Piet Moedebeck) und Lukas (Dietmar Mues) durchs Tal der Dämmerung fahren, schallt das Echo der pfeifenden Lokomotive von allen Seiten.

    Regisseur Florian Fiedler hält sich bei seiner Inszenierung an die Buchvorlage und übersetzt sie episodenhaft auf die Bühne. (…) Ein Highlight ist das winzige „Kindeskind“ Ping Pong, das als Handpuppe und Marionette ins Spiel integriert wird (Puppenspieler: Peter Waschinsky).

    Und was hat den Kindern am besten gefallen? „Am tollsten war der Drache Nepomuk, weil er immer so komisch gesprochen hat“, meinte Justus (6) nach der Premiere. Fürs nächste Jahr wünscht er sich eine Fortsetzung: Jim Knopf und die Wilde 13.”
    Christian Rubinstein, taz, 24.11.2004