Fiedlers Regie ist zugleich präzise im Umgang mit dem Stück und offen für die Gegenwart, zugleich entspannt und gespannt, direkt und subtil.

Peter Michalzik, Frankfurt Rundschau

Klassiker

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    "Stadelmann ist genau das, was ein Schauspieler in einer solchen Rolle sein muss: schamlos, wütend, raum- und besitzergreifend, anmaßend." Fiedlers Regie sei "zugleich präzise im Umgang mit dem Stück und offen für die Gegenwart, zugleich entspannt und gespannt, direkt und subtil. (...)  Das Beste aber ist, dass Ibsens einfache Frage – sind wir nun ein verrottetes Gemeinwesen oder nicht? – hier so einfach und heftig und deutlich und ungelöst im Raum steht. Schön, müsste man fast sagen." Peter Michalzik, Frankfurter Rundschau

    Im ersten Moment wirke die Inszenierung, schreibt Jürgen Berger (Süddeutsche Zeitung, 29.12.2007), "als habe Regisseur Florian Fiedler sich verängstigt in die rechte Ecke des leeren Raums zurückgezogen, um sich dort ein Krippenspiel für Alt-Hippies zu leisten". Interessanterweise entpuppe sich Fiedler "dann aber doch ganz plötzlich als zupackender Regisseur und hat in Aljoscha Stadelmann einen Badearzt, der den Stockmann gegen den moralinsauren Strich bürstet". Das habe "Klasse". Zudem entwickle sich der Abend "zu einem veritablen Kräftemessen mit dem Publikum als Spielball": Hier ein Badearzt, "der aus der unterhaltungssüchtigen Masse da unten Attac-Demokraten machen möchte" und dort "die Honoratioren des Kurstädtchens, die sich lässig Instrumente umschnallen und den Protest des außerparlamentarischen Stockmann im Popkonzert ertränken". Das Frankfurter Schauspiel lasse "die Muskeln spielen".

    Als des Berliner Theatertreffens würdig bewertet Klaus Stübler in den Ruhr Nachrichten (14.1.2018) Fiedlers "Volksfeind". Hervorhebenswert findet er am Oberhausener Update der Inszenierung aus dem Jahr 2007 nicht nur den Genderaspekt, sondern auch die Gleichrangigkeit der Gebrüder Stockmann: Clemens Dönicke spiele einen "ruhig-nachdenklichen Badearzt, dem man seine grundehrliche Haltung abnimmt, ihn aber auch als Träumer abtun könnte". Jürgen Sarkiss als Bruder Peter im Amt des Bürgermeisters gebe den "coolen, subtilen Demagogen ab, der es versteht, die Leute für dumm zu verkaufen".

    Ibsens "Volksfeind" sei in Oberhausen "auf eine sehr packende Art und Weise aktualisiert worden", sagt Stefan Keim im Gespräch für die Sendung "Mosaik" auf WDR 3 (13.1.2018). Als seltenen Glücksmoment des Stadttheaters hebt der Kritiker das zentrale Rockkonzert hervor, eine "Manipulation der abgefeimtesten und opulentesten Art", in der sichtbar werde, "wie wir alle vom Entertainment an der Nase rumgeführt werden". Mit diesem Abend habe Oberhausen nach anfänglichen Startschwierigkeiten der neuen Intendanz nun "wirklich geliefert, und ich hab die große Hoffnung, dass es jetzt richtig losgeht", sagt Keim.

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