“äusserst amüsant, der Wellengang tief.”

“das Ensemble entlässt das glückliche
Publikum nach tosendem Applaus
in die laue Sommernacht”

“die Komik zündet auf allen Ebenen.”

Regina Grüter, Luzerner Zeitung, 13.06.2025

“die Komik zündet wieder auf allen Ebenen.”

Regina Grüter, Luzerner Zeitung, 22.05.2026

10x stückentwicklungen / projekte / liederabende

  • baden gehen

    “Mit der Nummer zu «Octopus’s Garden» von den Beatles setzt das Ensemble den lustig-heiteren Ton für den Abend. Der Song wird auch die zweite Zugabe sein, bevor das Ensemble das glückliche Publikum nach tosendem Applaus in die laue Sommernacht entlässt.

    (…) Last but not least: Der musikalische Leiter und Multiinstrumentalist Martin Engelbach im Matrosenkostüm, den Regisseur Florian Fiedler mitgebracht hat. Fiedlers Beatles-Liederabend «Das weisse Album» am Schauspiel Frankfurt soll ein grosser Publikumserfolg gewesen sein. Das dürfte mit «baden gehen» nicht anders werden.

    Wortwitz, Slapstick, Bühnenbild (Menas Köferli), Kostüme (Selina Peyer) und nicht zuletzt die Auswahl der Lieder und Songtexte – die Komik zündet auf allen Ebenen.

    Viele witzige und charmante Ideen wurden bestechend umgesetzt. Vor allem aber wird hier lustvoll agiert. Die Lacher kommen ganz natürlich, die Zuschauenden können los-, den Alltag hinter sich lassen und sich für zwei Stunden einer Inszenierung hingeben, die einen Vorgeschmack auf die Ferienzeit gibt. Das musikalische Spektrum reicht von Rock und Pop über Klassik und Jazz bis hin zu Punk und Schlager. Die Lieder geben den Figuren charakterliche Tiefe oder spiegeln ihre Gefühlslage wider. Sie passen zu ihnen. Wie «Anti-Hero» von Taylor Swift oder «Es könnte grad nicht schöner sein» der Chemnitzer Indie-Pop-Band Blond zu Judith: «Ich habe eine gute Zeit / Und genau dann kicken meine Tage rein». Oder «Bicycle Race» zu Nelio, der ein «passionierter Radfahrer» ist.

    Bastian Inglins furiose Interpretation des Queen-Klassikers gehört zu den absoluten Highlights des Abends – die Zahl der Zaungäste vor der zur Reuss hin offenen Rückseite der Bühne war wohl nie grösser.

    Der Bademeister rappt und der hoffnungslos romantische Kassenwart singt ergreifend ein Schubert-Lied. Das Schauspielensemble beweist neben dem komödiantischen unglaubliches musikalisches Talent.

    Die beste Sängerin ist Tini Prüfert, «Strange» von Celeste singt sie schlicht grossartig. Die Liebe (und ihr Scheitern), das grosse Thema von Literatur und Musik, ist auch ein bestimmendes Element in der Dramaturgie (Eva Böhmer).

    Wie auch der Generationenkonflikt. Judith hat ihre eigene Meinung zu Mani Matters «Dene wos guet geit». Und sie liest doch auch Bücher («Gleichheit ist Glück: Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind») und ist nicht nur auf «Tiktak» (Leonora) unterwegs. «Die einen ertrinken im Überfluss / Die anderen im Meer», singt Faber im Song «In Paris brennen Autos». Das ist ihre Musik, ihre Lyrik.

    Für einmal nur Nonsense, einfach nur glänzende Unterhaltung, trifft es dann doch nicht ganz. Hat doch jede gute Komödie einen ernsten Kern.”

    Regina Grüter, Luzerner Zeitung, 13.06,2025

    Besetzung

  • baden gehen #2 - jetzt wird abgetrocknet

    “Der szenische Liederabend «Baden gehen 2» unterhält wieder bestens (…)

    (…) irgendwie fühlt es sich an, als wäre man nie weg gewesen:

    «Hochkultur in seichten Gewässern»

    Eines gleich zu Beginn: Leonora singt das Schubert-Lied «Die Forelle», und Korbinian spielt dazu einen alten Leierkasten, der plötzlich zu rauchen beginnt. Die Szene bringt zusammen, was einen an «Baden gehen 1» so erfreute: eine witzige und charmante Idee, gewürzt mit ein wenig Slapstick - und einem Technobeat. Die Komik zündet wieder auf allen Ebenen.

    Tini Prüfert ist immer noch die beste Sängerin und sorgt mit «Hab Sex» von Zaho de Sagazan - eine grossartige Wahl - für das absolute Highlight des Abends, auch auf komischer Ebene. Sie singt einen Zaungast direkt an, der sich in einer Mischung aus gespielter und echter Verlegenheit die Hände vors Gesicht schlägt. Das Publikum lacht herzhaft. Auch Christian Baumbach ist ein guter, gefühlvoller Sänger, und er steuert nicht nur zu den Irrungen und Wirrungen der Liebe bei (Andreas Bittl alias Sven aus dem ersten Teil taucht zumindest am Bildschirm auf), sondern setzt auch am Synthesizer elektronische Akzente (musikalische Leitung: Martin Engelbach).

    (…)

    Witzig, wenn sie die Mutter über die vermeintliche «weibliche Rivalität» aufklärt und einen Gruss nach Basel schickt (in Anlehnung an Patty Baslers «Männer-‹Zickenkrieg>»).

    Es hat sich einiges getan in diesem Jahr, insbesondere in Liebesdingen. Und der Literaturclub «Sur papier» hat sich umbenannt in «Leselust». An der Ironie hat sich selbstredend nichts geändert: Man bringe die «Hochkultur in die seichten Gewässer der Badeanstalt», heisst es. Lyrik und Lyrics rund ums Wasser und die Liebe in neuen Kostümen (Selina Peyer) und der Dramaturgie (Eva Böhmer) einer Fortsetzung.

    (…)

    Unterhaltsam ist «Baden gehen 2» allemal. Es gibt ein wenig neu aufbereitete Höhepunkte aus dem ersten Teil und auch ein paar neue Highlights.

    (…) Standing Ovations (…)

    Regina Grüter, Luzerner Zeitung 22.05.2026

    Bilder

    Besetzung

  • Türke sucht das Superdeutschland

    Ist es türkisch, ist es deutsch? Man erkennt es nicht immer auf Anhieb. S o tückisch toll verfremdet kommen die Lieder daher. Kein schöner Land, unterlegt mit exotischen Klängen, kriegt neue Qualität. Türkisches klingt seltsam vertraut.
    Özgür Karadeniz, geboren in Ostanatolien, aufgewachsen in Kiel, Schauspieler am Schauspiel Frankfurt. beschert dem Publikum in der schmidtstraße12 einen Liederabend der besonderen Art.
    „Türke sucht das Superdeutschland", wild bezaubernde Reise durch sein Universum. Begleitet von furioser 3-Mann-Band. Folklore, Pop und Heimatlied, kunstvoll ineinander verwebt, verschlungen, irre reizvoll. Angereichert mit Bauchtanz, Witzen und Geschichten. Genesis, Queen, zart, aggressiv, melancholisch, hochpolitisch. Karadeniz bringt das alles perfekt rüber, jede Stimmung. jede Lage. Locker, sympathisch.
    Am Ende sollten alle tanzen. Merkwürdig schön, fremd anheimelnd, gelungen. WERTUNG: SEHR GUT
    BILD Frankfurt, 29.11.2008

    “Es ist ein Spiel mit Rollen und Klischees, das Regisseur Florian Fiedler zusammen mit dem Schauspieler Özgür Karadeniz auf die Frankfurter schmidtstraße12 bringt.

    »Türke sucht das Superdeutschland" ist ein Liederabend der besonderen Art. Bestritten wird er ausnahmslosvon Karadeniz und einer dreiköpfigen Band (Frank Wulff, Martin Engelbach und Volkan Katan). Es ist eine schnelle, wilde Reise durch deutsche und türkische Musik- und Zeitgeschichte, die amüsiert und nachdenklich macht, ohne den Holzhammer einzusetzen.

    (…) So wird der Liederabend ganz plötzlich zum deutsch-türkischen Freundschaftsfest. Wieder ein Klischee? Vielleicht. Aber eines, das uns lehrt, mal wieder genauer hinzusehen und das Gelingen der deutschen »Multi-Kultigesellschaft« kritisch zu hinterfragen. Etwa: Warum ist Ozgür Karadeniz der einzige türkische Schauspieler in einem deutschen Ensemble, den wir kennen?”

    Martina Himmer, Main Echo, 29.11.2008

  • Mythen der Freiheit - Theaterkonzert mit Rainer von Vielen

    “Wenn Christoph Schlingensiet die neue Produktion des Jungen Schauspiel Hannover ‘Mythen der Freiheit"‘ wahrnehmen könnte, so würde er vermutlich aus Begeisterung aus seinem Grab wieder auferstehen - oder sich mit dem beruhigender. Gefühl wieder schafen legen, dass es junge Theatermacher gibt, die seine revolutionären Ideen weiter entwickeln. Was das junge Ensemble mit seinem Dramaturgen Aljoscha Begrich und Regisseur Florian Fiedler in Salderatzen bot, dürfte in die Geschichte der Kultur-Höhepunkte im Wendland eingehen und in den Köpfen des begeisterten Publikums einiges durcheinander gebracht haben.
    In atemberaubender Geschwindigkeit und einer multimedialen Bühnenshow dekliniert ,Mythen der Freiheit" in rund zwei Stunden die unterschiedlichsten Aspekte eines verfehlten Freiheitsverständnis”

    Besetzung

  • Das weisse Album

    Wenn Torben Kessler "zugleich traurig und froh, schmelzend an der Bühnenrückwand" das Lied "Weil ich dich wirklich will" ("I will") singe, bewegten sich im Video um ihn herum und durch ihn hindurch "Figuren wie Roland-Schimmelpfennig-Menschen, Kommen und Gehen", befindet Peter Michalzik von der Frankfurter Rundschau (8.02.2010). Es sei eine "kleine Poesie, die der Regisseur Florian Fiedler da inszeniert hat", unterstützt von Texten Roland Schimmelpfennigs, einem "unserer ersten Dichter". Lob fällt auf die vielfältigen Tanz- und Gesangkünste der Schauspieler, der "fünf Frankfurter Beatles". "Christoph Pütthoff ist ein Supertänzer. Er sieht aus wie ein junger Klaus Maria Brandauer, der einen ganzen Schwarm Wespen verschluckt hat, wenn er tanzend über die Bühne fegt." Im Ganzen versinnbildliche dieser Abend so die aktuellen Leistungen des neuen Frankfurter Hauses: "Das Schauspiel in Frankfurt ist derzeit wirklich eine Wunderkiste oder ein Wunderalbum, wo immer neue charmante Überraschungen wie dieser Abend herausquillen. Außen streng schwarz-weiß, innen bunt und voll Freiheit aus dem Geist der Anspielung."

    Besetzung

    Besetzung Hannover

  • Republik Freies Wendland

    (18.-26.09.2010)

    “Deutschland liegt der Atomenergie zu Füßen, Konzerne wie e.on, Vattenfall, EnBw und RWE beliefern das ganze Land mit ihrem verseuchten Strom. Das ganze Land? Nein. Ein kleines Volk, die Freien Wenden, leisten unermüdlich Widerstand. 1980 gründeten sie ihren eigenen Staat: Die Republik Freies Wendland.

    Anläßlich des 30-jährigen Jubiläums der Republik will das Schauspielhaus Hannover ihre Prophezeihung nach der Zerstörung: "Turm und Dorf könnt ihr zerstören, aber nicht die Kraft, die es schuf! " aufnehmen und in einem Reenactment mit etwa 100 Teilnehmern dieses Ereignis nachstellen. Jede:r ist eingeladen hier einen Staat nach eigenen Vorstellungen zu bauen - mit Holz, Hammer und Nägeln wird der Ballhofplatz in ein Hüttendorf verwandelt. Aus Holz, Pappe und Stroh entsteht in 10 Tagen am Ballhof ein Staat nach euren Vorstellungen. Wie wollen wir leben? Welche Einrichtungen brauchen wir? Sind die Fragen nach einem selbstbestimmten Leben ohne Atommüll angesichts der Lage in Gorleben und Asse nicht aktueller denn je? Eine von der Realität ernüchterte Generation der Antiatomkraftbewegung trifft auf eine noch zu politisierende Jugend in einer gemeinsamen Suche nach der Utopie von heute. Jeden Abend finden Veranstaltungen statt: Expert:innenvorträge, Geschichten aus dem Wendland, Filme über Klimawandel, Energie- und Utopiebedarf, Theateraufführungen, Podiumsdiskussionen (u.a. mit Jürgen Trittin & Hanna Poddig), ein politisches Kochstudio, ein Tschernobyl-Musical und andere revolutionäre Konzerte. Wer tags keine Zeit hat mitzunageln, soll also abends kommen sich zu bereichern!”

    Besetzung

    CDU
  • Kampfchor Galaktika singt: Das Beste aus Gewalt und Leidenschaft

  • Who loves you baby...?

    “In Memphis, da sind sie alle. Viele, viele Elvis Imitatoren - und keiner wie der andere. Da ist Eric (Gary Joplin), der betörend maskuline Cowboy mit dem kantigen Kinn und dem unerhörten Hüftschwung. Da ist aber auch Stéphanie (Perle Pinato), die süsse Französin, deren Elvis Songs eher nach zittrigem Gainsbourg klingen, und die sich während des Songs windet, als gäbe sie sich dem King hin. Oder Kim (Unita Galiluyo), die zwar nicht singen kann, dafür aber einen breitbeinigen Stechschritt drauf hat, um den selber ER sie beneiden würde. Aus aller Herren Länder kommen sie und verkörpern “The King“ auf ihre ganz persönliche, rührend lächerliche Weise. (…)

    “Who loves you Baby…?“ ist eine ironisch-skurrile Collage aus Musik, Tanz und Schauspiel, die Tänzer Vincent Crowley und Regieassistent Florian Fiedler zusammen erarbeitet haben. Eine farbige, klamaukreiche und vielsprachige Hommage an Elvis, ein lustvoller Griff in die 50er Kiste. Am Bühnenrand schmettern die Fat Forte ´n Afraid Boys, die alten Nummern und verheissen uns, dass Retro alleinhoch nichts, Retro mit Style (Kostüme Selina Peyer) hingegen alles ist. Und die Ikone? Wird nierdergerissen, ironisiert und als Gaglieferant wieder errichtet. Elvis lebt. Auch in der Postmoderne. “
    Mathieu von Rohr, 22.12.2000, Basler Zeitung // Foto Katrin Ribbe

    “Die Inszenierung von Vincent Crowley und Florian Fiedler zeichnet sich durch diesen faszinierenden Gang auf der Kreta aus. (…) Eine starke Stunde beste Elvis-Imitations-Parodie vor einem immer wieder erschreckend aufscheinen Hintergrund der weltweiten Einsamkeit, die der neue Pilgerweg nach Memphis aufzeigt“
    Joerg Jermann, BL, 22.12.2002

  • Durst

    Wasser gilt als das »Öl des 21. Jahrhunderts« und Symbol für die zerbrechliche Beziehung zwischen Mensch und Natur und ist damit eines der zentralen globalen Zukunftsthemen.

    “In „Durst“ am Grips Theater laden die Akteure die Zuschauer zum Mitstampfen ein, bis ein Punksong die Hütte kochen lässt.

    Auf ihrem Road-Trip lernen die Jugendlichen die Probleme der Wasserbewirtschaftung in Indien kennen. Firmen halten das Monopol auf tiefe Brunnen; das Gros der Landbevölkerung leidet unter Trinkwasserverschmutzung. 3,5 Millionen Menschen starben 2012 weltweit an verseuchtem Wasser. Bis zum Ende der achtzigminütigen Aufführung werden es rund 760 Tote sein, wird per Digitaleinblendung vorgerechnet.

    Langsam verlagern die Akteure ihr Spiel ins Publikum, laden die Zuschauer zum Mitstampfen ein, als ein Punksong die Hütte kochen lässt: „Selber schuld! Steht alle auf und macht Tumult!“ Aus dieser Aktivierung heraus entsteht dann tatsächlich Raum für Kritik, für ein Nachdenken, für ein Spürbar-werden der Frage, ob Wasser als „blaues Gold“ vermarktet oder allen zugänglich gemacht werden sollte. Und es wird einer der stärksten Grips-Abende aktuell.

    Christian Rakow, Frankfurter Rundschau 04/2013

    “So komplex Stück und Thema auch sind, es herrscht nie Langeweile, weil Pointen und kuriose Aktionen die Szenen immer wieder auflockern. Dennoch werden die Gedanken von uns Zuschauern nach jedem Lacher immer wieder gnadenlos zurück in die Realität gezwungen: Sämtliche Requisiten erinnern uns an die brutale Realität, zum Beispiel das Mobiliar, der hinduistische Gebetsaltar, ja sogar das Auto bestehen aus Wasserflaschen oder Wasserkisten. Auch die ständig im Hintergrund eingeblendeten Zahlen von den im Laufe der Vorstellung an verseuchtem Wasser Gestorbenen und Bilder von den katastrophalen Zuständen in den Krankenhäusern Indiens konfrontieren uns mit der erbarmungslosen Wirklichkeit. Spätestens jetzt wird jedem klar, dass auch wir als Zuschauer uns diesem Teufelskreis nicht entziehen können. Die Schauspieler fragen uns ganz konkret: „Und was macht ihr ab jetzt anders?“

    Diese Frage ist die Überleitung zu einer weiteren Besonderheit des Stücks: die Diskussionsrunde. In dieser wird besprochen, welche Vorschläge besonders die Kinder haben, um allen Menschen zu sauberem Wasser zu verhelfen. Letztlich hat die Diskussionsrunde klar gemacht, dass wir alle unseren Wasserverbrauch überdenken müssen. Und dass auch Kinder dazu einen Beitrag leisten können, zum Beispiel indem sie mit Erwachsenen über Durst sprechen. Das war das abschließende Statement des Stückes und der Diskussion.”

    Berliner Morgenpost, Felix Kneip & Niklas Kopp, Klasse 8.3, Lilienthal-Gymnasium, Lichterfelde

    Besetzung